Was ich häufig gefragt werde

Meine persönliche Geschichte - oder wie ich zur Reflexintegration kam:


Vor der eigenen Haustür kehren und so weiter... Eine Kollegin hat aus Spaß mal meine Reflexe geprüft - und ich war ziemlich erstaunt, was da zu Tage kam. Nachdem ich mein Leben doch recht gut auf die Reihe kriege, was es für mich einfach spannend. Ich wollte herausfinden, was da "los" ist und was ich damit machen kann. Mein Aha-Erlebnis: Meine Kollegin hat begonnen, die Reflexe bei mir zu integrieren und - hoppla! - meine Welt hat auf einmal deutlich anders ausgesehen. Das war für mich vielleicht noch überraschender, weil ich mich ja seit Jahrzehnten mit Menschen arbeite, auf therapeutischer, körperlicher und psychischer Ebene. Wie kann es sein, dass ich vorher nie bemerkt hatte, was mir fehlt? Ich habe tatsächlich erst jetzt gemerkt, wie viel mehr Kraft ich gebraucht habe um meine Ziele zu erreichen als andere. Für andere ist es ganz normal - für mich war es ein Erlebnis. Es ist ähnlich wie mit einem Talent: Wenn man selbst musikalisch begabt ist, denkt man, das ist doch alles total leicht und alle können & verstehen das. Zum Beispiel war es für mich normal, alle Geräusche wahrzunehmen oder alle Personen im Raum zu scannen. Ich war immer in Alarmbereitschaft. Fliegende Dinge habe ich nicht gesehen und Zahlen und Buchstaben haben vor meinen Augen getanzt. Durch die Integration musst mein Gehirn auf einmal nichts mekr kompensieren und ich konnte mich dem widmen, was ich tun wollte. Wir tun Kindern unrecht: Das ist mir klar geworden, denn wie oft denken oder sagen wir: "Streng Dich ein bisschen mehr an, was ist so schwierig daran, eine 4 von einer 7 zu unterscheiden?" Professionelle Auseinandersetzung mit einem vermeintlich emotionalen Thema: Die Ursachen dieser "nervigen Probleme", vermeintlicher Unaufmerksamkeit und "Schusseligkeit" gehen oft auf Reflexe zurück, die sich quasi nicht zurückgebildet haben. Eine Zeit lang waren sie für uns als Baby oder Kleinkind wichtig - oder auch überlebenswichtig. Aber eben nur eine Zeit. Und wenn sich z.B. der Moro-Reflex, den die meisten gut kennen, nicht zurückbildet, sind wir ein Leben lang über die Maßen schreckhaft und reagieren "über". Ich war entsetzt, dass das nicht von allen Ärzten gestest und dann von einem Therapeuten behandelt wird. Ein Training, keine Therapie: frühkind kann Therapeuten als wunderbares Werkzeug helfen ihre Therapie wirkungsvoller zu machen und es kann auch alleine, einfach so, als Bewegungstraining eingesetzt werden. Für mich ist es ein kleiner Baustein um Kindern und Erwachsenen in dieser schnellen, haltlosen und reizüberflutenden Welt ein Stück Leichtigkeit, Beziehung und Stabilität anzubieten. Ich freue mich, wenn es vielen Eltern & Kindern eine Hilfe im Leben ist. Mein Alltag hat sich dadurch jedenfalls enorm verändert.




Was sind typische Symptome?


Diese Symptome lassen ein Problem mit nicht integrierten Reflexen erkennen. Das Kind .... ... kann sich schlecht konzentrieren und ist leicht ablenkbar
... liest nicht gerne und hat Probleme mit der Rechtschreibung ... zappelt viel herum und kann schlecht ruhig sitzen ... hat eine verkrampfte Stifthaltung ... ist nach der Schule oft unverhältnismäßig müde ... ist oft wütend und streitet viel mit anderen Kindern Diese Aufzählung gilt übrigens auch für Erwachsene - die sind dann natürlich nicht nach der Schule unverhältnismäßig müde - außer sie sind Lehrer. Natürlich ist es super, wenn man die Last von nicht integrierten Reflexen nicht bis ins Erwachsenenleben mit sich herumschleppen muss. Aber, ganz deutlich: Auch wir, die "Großen", profitieren von einem Gehirn, das nicht mehr so viel kompensieren muss.




Wie ist der fachliche Hintergrund?


Something about Reflexe
Um das Überleben zu sichern hat die Natur dem Menschen einige wichtige Reflexe mitgegeben, frühkindliche oder primitive Reflexe.Die Reflexe laufen unbewusst auf Hirnstammebene ab und werden durch einen Reiz ausgelöst. Diese unwillkürlich ablaufenden Körperreaktionen sichern zuerst dem Baby und später uns das Überleben.
Mit zunehmenden Alter, Wissen und Können verschwinden diese Reflexe und das Kind kann bewusst auf Reize reagieren.
Jeder Reflex hat eine Aufgabe
Jeder einzelne frühkindliche Reflex hat seine eigene Aufgabe und bildet die Grundlage für eine bestimmte, bewusst gesteuerte Fertigkeit. Wenn der Reflex seinen Zweck erfüllt hat, dann wird er von einem höheren Zentrum im Gehirn gehemmt. Folgen Wenn nach dieser Zeit dieser Reflex noch auslösbar ist, dann deutet das auf eine Unterentwicklung des ZNS hin und verhindert die gesunde Weiterentwicklung des Kindes.
Die nachfolgenden Stell- und Haltereaktionen können nicht ausgeführt werden. Für viele frühkindliche Reflexe gibt es einen klaren Zeitraum in dem sie entstehen und sich herausbilden, aber auch wieder gehemmt werden und verschwinden. „Die Natur scheint es so eingerichtet zu haben, dass sich die Türe hinter dem Reflex schließt, indem sie die Türe zum nächsten öffnet.“ Zitat Dorothea Beigel. Lebenslange Reflexe
Es gibt auch Reflexe, die ein Leben lang aktiv sind, zum Beispiel der Atemreflex, Schluckreflex etc. Einleuchtendes Bild Es ist wie bei einem Theaterstück, bei dem die Schauspieler eigentlich der Reihe nach auf die Bühne kommen und ihre Rolle spielen. Wenn sie nicht brav nacheinander, ihrer Rolle entsprechend, auf der Bühne auftauchen, ihren Text vortragen und dann wieder verschwinden, sondern nach und nach alle auf die Bühne kommen und durcheinander quasseln, dann kann keiner seinen Job mehr richtig machen und seine Rolle ausfüllen. Es gibt ein wildes Durcheinander auf der Bühne und keiner kennt sich mehr aus oder versteht die Geschichte.
Runter von der Bühne Unser Job ist es jetzt die Schauspieler, die ihren Auftritt schon gehabt haben, freundlich von der Bühne zu holen, damit die, die jetzt dran sind ihren Text sprechen können. Energieräuber Mit der Zeit lernen die Kinder besser und besser diese aktiven Reflexe zu kontrollieren, sie wenden Strategien an um still sitzen zu können und wickeln zum Beispiel ihre Beine um die Stuhlbeine, drehen die Hefte in schräge Positionen, legen den Oberkörper beim Lernen fast auf die Unterlage, stützen den zu schweren Kopf in die Hände ab..... 1.000 Möglichkeiten um doch an´s Ziel zu kommen, aber leider kosten sie alle viel, viel Energie.
Das Kind ist nach der Schule müde und erschöpft, genervt und gestresst, flippt aus und mutiert zum Terroristen.
Klar, irgendwie muss es ja raus und in dem Moment, wenn das Kind sich daheim nicht mehr anstrengen muss und sich entspannen kann, dann ist der Ofen aus. Auswirkungen bei Erwachsenen Bei Erwachsenen fallen die aktiven Reflexe oft gar nicht mehr auf, sie haben als Kind täglich gelernt die Reflexe zu beherrschen und damit umzugehen. ABER: auch das kostet richtig viel Energie. Restreflexe sind Energiefresser, für den Versuch einen einschießenden Reflex zu kontrollieren braucht man mindestens so viel Energie, wie für die geplante Bewegung. Na und?
Solange genug Energie zur Verfügung steht ist es kein Problem, aber wenn in anstrengenden Lebensphasen die Energie weniger wird, dann macht es schon etwas aus, ob 30% der zur Verfügung stehenden Energie dafür verwenden muss, Reflexe zu unterdrücken und zu kontrollieren oder nicht. Reflexe & Sport Auch bei Sportlern ist das ein sehr wichtiger Aspekt. Wenn ich versuche um Millisekündchen besser zu sein als mein Konkurrent, dann macht es sehr wohl einen Unterschied, ob ich einen Reflex parallel kontrollieren muss oder ob ich den Muskel 100% einsetzten kann.




Gibt es vermutete Zusammenhänge mit ADS / ADHS?


Mehr ist nicht mehr - sondern manchmal zuviel Die Zunahme von Sinnesreizen, denen wir mehr und mehr ausgesetzt sind hat ihre Folgen. Ein Kind kann sich dem, zumindest wenn es sehr klein ist, gar nicht erwehren und ist den Reizen ausgeliefert; denn die Reize strömen alle ungefiltert in das Hirn hinein.
Harder, better, faster ... Tabletten?
Unsere Welt wird immer schneller und optimierter, und auf die Unfähigkeit mit der Schnelligkeit umzugehen wird nicht etwa das Tempo oder die Menge an Reizen reduziert, sondern ein Medikament eingenommen, das den Umgang mit dieser ungesunden Art zu leben erträglich machen soll. Die Fähigkeit bewusst zu Leben und einen Umgang mit der Langsamkeit zu finden, geht zunehmend verloren. Zusammenhänge
Immer mehr Kinder haben fehlende haltende Beziehungserfahrungen, die diese Defizite ausgleichen könnten, dieser fehlende Halt durch Beziehung kann nicht durch noch mehr Reize, Effektivität oder Stimulanzien ausgeglichen werden.
Das hat eine übersteigerte Impulsivität, Ängste und innere Ruhelosigkeit zur Folge. Auch die Schule hilft da leider nicht weiter.
Mensch, was machen wir nur mit unseren Kindern?
Heute ist unser Bildungssystem fast nur darauf orientiert, intellektuelles Wissen zu vermitteln. Meistens wird davon ausgegangen, dass dem Kind soziale und emotionale Kompetenzen automatisch durch die Gruppe vermittelt werden. Das System baut darauf auf, dass es für die Kinder eine haltende familiäre Umgebung gibt, die stabilisiert. Oft ist das nicht so - und zwar unabhängig vom Bildungsgrad der Eltern und auch nicht als Schuldzuweisung gemeint.




Gibt es Literatur dazu?


Meine Literatur-Empfehlungen „Wieder im Gleichgewicht“
Christa Sieber und Dr. Carsten Queisser „Greifen und Begreifen“
„Neuromotorische Unreife bei Kindern und Erwachsenen“
„Neuromotorische Schulreife“
Sally Goddard Blythe „Fehler muss man sehen“ Dr. Heike Schuhmacher „Flügel und Wurzeln“
„Von Anfang an im Gleichgewicht“
„Bildung kommt ins Gleichgewicht“
„Ich wär jetzt mal ´ne Fledermaus“
Dorothea Beigel
„Bewegungen die heilen“
„Autismus ist heilbar“
Dr. Harald Blomberg
„Angeborene Fremdreflexe“
Robby Sacher „Das bewegte Gehirn“
Ludwig Koneberg und Silke Gramer-Rottler
„Kraftvoll! Reflexe prägen das Leben“
„Zentrierung Reflexintegration zur Lösung“
Bärbel Hölscher
„Neuromotorisch fit“
Karin Ritter „Rotationstherapie“
Doris Bartel
“ Die Kinder-krank-Macher“
Beate Frenkel und Astrid Randerath
„Sensorische Integration - Bausteine der kindlichen Entwicklung“
A. Jean Ayres „Eine kleine Raupe geht auf Wanderschaft“
Wibke Bein-Wierzbinski
„Stoffwechselstörung HPU“
Dr. T. Ritter und Dr. L. Baumeister-Jesch „Fische die auf Bäume klettern“
Sebastian Fitzek





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